Du bist zwar gut, aber nicht gut genug!

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Als ich 2010 mein Lehramtsstudium abgebrochen habe, wusste ich nicht so recht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ich wusste zwar, dass ich Design und Fotografie über alles liebte, aber ich habe mich nicht getraut, es zu meinem Hauptberuf zu machen. Warum? Na ganz einfach: Ich habe zu viel auf andere gehört. Dazu zählten auch die Menschen, die mich liebten, denn auch für sie war das etwas komplett Neues und wie die meisten Menschen trauten sie großen Veränderungen nicht.

Vielleicht musstest du in deinem Leben schon mal hören: „Das machst du nicht schlecht, aber du bist nicht gut genug, um es zu deiner Berufung zu machen“.

Ich musste das viel zu oft hören. So oft, dass ich irgendwann auf diese Aussage nicht mehr reagiert habe. Irgendwann wurde es zum Ansport weiter zu machen, nur um das Gegenteil beweisen zu können. Doch je mehr ich versucht habe, desto lauter wurden die Stimmen.

Im Frühling 2011 bewarb ich mich das erste mal an der Hochschule Konstanz für das Kommunikationsdesign-Studium und bin knallhart in der Vorauswahl rausgeflogen. Ich wurde nicht einmal zu einem Gespräch eingeladen. Laut dem Schreiben haben mir 2 Punkte gefehlt um in die Top 30 Auswahl zu kommen.

Das war wieder mal: Du bist zwar gut, aber nicht gut genug um mitzumachen.

6 Monate später habe ich mich nochmal beworben. Damals absolvierte ich ein Vorpraktikum in einer Designagentur und die Angestellten dort haben mir kurz vor der Bewerbung davon abgeraten, die Mappe einzureichen (natürlich nur um große Enttäuschung zu vermeiden.. bla-bla-bla). Sie meinten, dass sich meine neue Mappe kaum von der vorherigen unterschied und dass meine Bewerbung sinnlos wäre.

Da war sie wieder, die Aussage: Du bist zwar gut, aber nicht gut genug.

Komischerweise war ich aber gut genug, um ihre Aufträge zu erledigen. Komischerweise war ich gut genug, um Hochzeiten zu fotografieren. Komischerweise war ich dann doch noch gut genug, um ab und zu für die selbe Agentur als Freelancer für lächerliche 10€ die Stunden Aufträge zu erledigen.

Manche meiner ersten Fotos bekamen solche Kommentare (auf Plattformen wie 500px oder Flickr) wie: „Die Bilder sind nichts Besonderes und langweilig“ oder „Das hat nichts mit Fotografie zutun“. Manche Fotografen meinten, ich wäre nicht gut genug und sollte mir mehr Mühe geben und den technischen Hintergrund besser studieren.

Sogar meine Mom meinte einmal, ich sollte doch vielleicht lieber etwas Vernünftiges studieren und Fotografie als Hobby behalten (ich weiß, sie meinte es nicht böse und sie ist heute überglücklich darüber, dass ich ihrem Rat nicht ganz gefolgt habe).

Diese ganzen Stimmen wurden irgendwann so laut, dass ich meine eigene innere Stimme nicht mehr hören konnte. Und ich gab nach. Ich nahm das Angebot der HTWG Konstanz an und begann mein Bauingenieur-Studium…

Aber zu meinem großen Glück ist meine rebellische Stimme nie leise geworden. Sie wurde nur von den anderen übertönt.

Bereits nach einem Jahr wurde mir klar – ich will das alles nicht. Entweder studiere ich Kommunikationsdesign oder ich gehe irgendwo kellnern, denn alle anderen Studiengänge kamen für mich nicht mehr in Frage. Mir war bewusst, dass die Stimmen wieder laut werden. Mir war aber auch bewusst, was für mich auf dem Spiel stand: ein Leben nach meinen Regeln oder kein Leben.

Und weißt du was passiert ist? 6 Monate später habe ich ein Kommunikationsdesign-Studium an einer anderen Schule begonnen. Ich habe meine erste Kundin gewonnen (Gruß an Vicy), ich habe mein Studium mit einer 1,5 abgeschlossen, ich wurde bereits im 6 Semester (von 8) als Art Director in einem Startup in Düsseldorf eingestellt und habe heute sogar eine eigene kleine Agentur für digitale Medien. Ich glaube, ich bin doch gut genug.

Und das bist du auch! Ganz sicher!

Was ich dir mit dieser Geschichte vermitteln will, ist nicht, wie toll ich bin, sondern wie toll du bist.

In unserem Leben wird es immer wieder Menschen geben, die an uns zweifeln. Es wird immer Menschen geben, die Negativität verbreiten, nur weil sie selber zu viel Negativität um sich herum haben.

Du musst nicht jeden Ratschlag annehmen, den man dir gibt. Höre auf dich. Höre auf deine innere Stimme. Höre auf dein Herz. Du kennst dich besser als jeder andere. Du weißt genau, was du willst. Du weißt genau, wie du es willst und wann du es willst.

Schwache Menschen werden immer versuchen, dich mit runter zu reißen. Starke Menschen werden versuchen, dir Flügel zu verleihen.

Du bist gut genug. Vielleicht nicht heute. Vielleicht nicht morgen. Aber wenn du dran bleibst, wirst du es ganz sicher.

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